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Chikurinbo
Josei
beginnt um etwa 1580 die Gefolgsleute des Fürsten Matsudaira Tadaiyoshi von Schloss Kiyosu im Bogenschießen zu unterrichten. Chikurinbo wurde später buddhistischer Priester der Shingon-Richtung. Der Chikurin-Stil gehört zur Iga Heki Tradition, die nicht auf den berühmten Heki Danjo Masatsugo (1444-1502) zurückgeht, sondern auf Heki Yazaemon Noritsugu, der möglicherweise aber derselben Familie entstammte. Der Zusatz Bishu verweist auf die gleichnamige Provinz (Nähe Nagoya), in der diese Richtung sich urs prünglich ausbreitete. Satatsugu war der zweitälteste Sohn von Chikurinbo und stand im Dienst des 9. Sohnes des Shoguns Ieyasu Tokugawa und folgt ihm nach Nagoya. Damit begann die enge Verbindung der Chikurin-ha zur Tokugawa-Familie. Er vollendete ein berühmtes esoterisches Werk mit dem Titel "Shikan no sho", das sein Vater begonnen hatte. Die Shibata Familie Der erste Kanjuro Shibata, Munekazu Shibata, lebte im 16. Jh. auf der Insel Tanegashima südlich von Kyushu und diente dem Shimazu-Clan als Bogenbauer. Um 1570 übersiedelte die Shibata-Familie nach Kyoto und begann Bogen auch im besonderen Auftrag der Tokugawa-Shogune herzustellen. Das jeweilige Familienoberhaupt erhielt vom Shogun den Titel ,Onyumishi' (fürstlicher Bogenbauer und Bogenschütze). 1877 wurde der XVIII. Shibata zum offiziellen Bogenbauer des Tenno, des Kaisers von Japan ernannt, zu dessen Aufgaben auch die Herstellung der Goshimpo-yumi gehört, die zur Einweihung des alle 20 Jahre neu errichteten Ise-Schreins verwendet werden. 1883 wurde von der Shibata Familie ein eigenes Dojo – das Taiyusha Dojo – in Kyoto gegründet, das über 100 Jahre bestand. Toshija (wörtlich: der Schuss, der trifft) war eine eigene ab etwa 1600 betriebene Kyudo-Disziplin, die eng mit der Chikurin-ha verbunden war. Dabei wurde in Form eines 24 Stunden dauernden Schnellschießens in einem 5,6 m hohen und nur 2,2 m breiten Gang außen an der Westfront des Sanjusangendo Tempels in Kyoto auf ein 120 m entferntes Ziel geschossen. Den Rekord stellte ein 18jähriger Samurai namens Daihachiro Wasa auf, der 1686 in 24 Stunden 13.053 Pfeile schoss, von denen 8.133 ihr Ziel trafen. Dies entsprach einem Durchschnitt von 544 Pfeilen pro Stunde oder 9 pro Minute. Shibatas Sensei XX. geboren 1921, begann mit 8 Jahren Kyudo zu praktizieren und
erlernte das Bogenbauhandwerk von seinem Großvater Shibata XIX. 1959
wurde er offiziell zu seinem Nachfolger und zum kaiserlichen
Bogenbaumeister ernannt. Er war viele Jahre Meister des
Taiyusha-Dojos in Kyoto. 1980 folgte er einer Einladung des
tibetanischen Meditationslehrers Chögyam Trungpa Rinpoche, mit dem
ihn eine enge Freundschaft verband, nach Boulder (Co.) in die USA.
In der Folge lebte er die Hälfte des Jahres in den USA, und gründete
dort "Zenko international". die Dachorganisation aller seiner
SchülerInnen, der über 40 lokale Kyudogruppen in Nordamerika und
Europa angehören (-> siehe ZENKO-Homepage) . 2006 übersiedelte er ganz nach Boulder. Im
Oktober 2011 legte er schließlich die Leitung von Zenko
International zurück und übergab sie seinem Nachfolger und
Schwiegersohn Kanjuro Shibata XXI. (Waka Sensei).
Shibata
Sensei XXI.
Literaturhinweis zur Familie Shibata: Heki Danjo Masatsugo ![]() Shogun Tokugawa Ieyasu ![]() Kanjuro Shibata XIX. im Sanjusangendo Tempel, Kyoto ![]() Kanjuro Shibata XX. in Wien 2005 ![]() Kanjuro Shibata XXI. in Wien 2008 ![]() Kanjuro Shibata XX. im Training für Sanjusangendo Tempel, Kyoto (beachte den ausschwingenden rechten Arm und schwingenden Yumi (Bogen) ![]() Kanjuro Shibata XX. im Sanjusangendo Tempel, Kyoto ![]() ![]() Kanjuro Shibata XX. im Kai und Zahsin ![]() Sanjusangendo ![]() v.l.n.r: Sakyong Mipham Rinpoche (Sohn und Nachfolger der Shambala Linie von), Chögyam Trungpa Rinpoche, Kanjuro Shibata XX. und Kanjuro Shibata XXI. ![]() Kanjuro Shibata XX. |