|
|
||
![]() |
||
|
|
||
![]() |
Einige Regeln für die gemeinsame Praxis im Dojo Das Dojo - Ort unserer gemeinsamen Kyudo-Meditations-Praxis - ist eine Stätte konzentrierter Achtsamkeit. Die Praktizierenden bewirken diese Atmosphäre mit ihrem Verhalten. Störungen sind möglichst zu vermeiden. A. Zweck der Regeln: Erstens: Sicherheit. Zweitens: gleichwertige Praxismöglichkeiten für alle. Drittens: geregelte Verhältnisse für eine spannungsfreie Praxis. B. Ablauf 1. Makiwara-Praxis Die Praxis beginnt mit dem Eröffnen der Klasse. Zunächst werden von allen zwei Pfeile auf das Makiwara geschossen. Jenen, die ausschließlich Shichido praktizieren (Anfänger) ist bereits ab Beginn angemessen Platz zu lassen. Vor dem Zurückholen des Pfeils ist auf den / die links benachbart Schießende/n zu achten; ist er / sie bereits bei „yumi gamae“, nicht mehr vorgehen und den Schuss abwarten. Schießende achten ihrerseits auf Benachbarte rechts und warten vor „yumi gamae“ bis er / sie vom Pfeilholen zurück ist. 2. Koordinierte Praxis auf lange Distanz (Hitote, Tsukubai) Sobald zumindest drei Praktizierende die Makiwara-Praxis beendet haben, beginnen sie mit der gemeinsamen, koordinierten Praxis. Sie besteht aus vier Durchgängen zu jeweils zwei Pfeilen. Ist eine Einzeldemonstration vorgesehen, sind es zwei Durchgänge. Pfeile werden jeweils nach zwei Durchgängen geholt, spätestens nach acht geschossenen Pfeilen pro Mato. 3. Individuelle Praxis Nachdem vier Durchgänge absolviert sind oder nach der Einzeldemonstration schließt dieindividuelle Praxis an. Der Wechsel wird vom Leiter der Praxis (Somu, Instruierende/r) angesagt. Es gilt weiterhin die Vier-Pfeile-Regel. (siehe C.1.) 4. Abschließendes Schießen Bei Hallenschluss um 22:30 Uhr sollen die individuell Praktizierenden ab 21:55 Uhr keinen neuen Durchgang mehr beginnen. Ab etwa 22:00 Uhr beenden wir die Praxis mit zwei Durchgängen koordinierten Schießens. Bei Zeitnot beschränken wir uns auf einen Durchgang zu zwei Pfeilen. Praktizierende der ersten Gruppe holen die Pfeile (kein Klatschen; mit dem Vorgehen warten, bis sich die letzte Gruppe verbeugt hat), anschließend wird die Klasse geschlossen. 5. Aufräumen Nach dem Schließen der Klasse wird zuerst die individuelle Ausrüstung weggeräumt, hernach räumen alle die Halle auf. Es gilt, die Halle vor Ende des Hallenschlusses (in der Regel 22:30 Uhr) zu verlassen. C. Während der Praxis 1. Vier-Pfeile-Regel Alle Praktizierenden geben jeweils nur vier befiederte Pfeile in den Pfeilständer, damit die Übersicht gewahrt bleibt und jene, die nicht mehr als vier Pfeile besitzen, nicht benachteiligt werden, indem sie womöglich länger warten müssen, bis wieder alle Pfeile geholt werden. Bei weniger als fünf auf lange Distanz Praktizierenden kann die Vier-Pfeile-Regel entfallen. 2. Kake (Handschuh) an- und ausziehen; Bogen aufnehmen und hinstellen Den Kake immer im Knien oder Sitzen an- oder ausziehen. Der Blick ist zur Kamiza oder zu den Matos gerichtet. Beim Aufnehmen oder Hinstellen des Bogens wird dessen Funktion als „Lehrer“ mit einer Kniebeuge gewürdigt. 3. Liegende Pfeile Vor dem Mato quer liegende Pfeile sollen baldmöglichst geholt werden. Auf ein Mato, vor dem ein fremder Pfeil liegt, nicht mehr schießen. Gegebenenfalls ein benachbartes Mato anvisieren. Praktizierende, die gerade nicht am Schießen sind oder bereits vier Pfeile geschossen haben, stellen sich zum Pfeilholen bereit. Die Absicht zu holen ist durch einmaliges Klatschen anzukünden. Freigabe durch zweimaliges Klatschen seitens der Aufsicht oder den Ruf „Bitte“ des / der letzten in der Reihe der Schießenden nachdem er / sie kontrolliert hat, ob niemand in der Schussvorbereitung mit „yumi gamae“ begonnen hat oder schon weiter ist. Wenn Schießende bereits bei „yumi gamae“ sind, nicht mehr klatschen, sondern fertig schießen lassen. Liegende Pfeile können ohne vorheriges Ausziehen des Kake geholt werden. Schussfeldfreigabe durch „dozo!“. 4. Alle Pfeile holen Mindestens zwei, besser drei Praktizierende, die bereits vier Pfeile geschossen haben, stellen sich ohne Kake zum Pfeileholen bereit. Nach Möglichkeit ist das Klatschen so einzusetzen, dass die Schießenden den Durchgang abgeschlossen oder noch nicht angefangen haben. Schießwillige sollen diesen Zeitpunkt von sich aus ebenfalls beachten. Vorgehen zu den Matos in schnellem Schritt, nicht laufen. Mit den Pfeilen nur im Schritt zurückkehren. Freigabe des Schussfelds durch den Hintersten der Pfeileholenden mit dem Ruf „dozo!“ Bestätigung der Schießenden durch „hai“. Zwei Möglichkeiten, das Pfeilbündel zu tragen: 1. Pfeilspitzen in der linken Hand vor dem Hara, rechter Arm angewinkelt horizontal, die rechte Hand hält das Bündel der Schäfte. 2. Pfeilspitzen in der rechten Hand, Schäfte unter dem rechten Arm, die linke Hand fasst das Bündel der Schäfte 5. Nachzügler Wer - aus welchen Gründen auch immer - sehr spät in die Praxis einsteigt, soll darauf achten, dass es seinetwegen (beispielsweise vor dem Pfeileholen oder der Einzeldemonstration) nicht zu langen Wartezeiten kommt. Bei großer zeitlicher Verschiebung ist individuell auf einen Durchgang koordinierten Schießens zu verzichten. 6. Kyudo-Praxis ist Meditation Gespräche, die über die unmittelbare Praxis hinaus gehen, sollen draußen im Foyer geführt werden. Vor Verlassen und beim Eintreten in den Dojo erfolgt eine leichte Verbeugung in Richtung Kamiza.
|
|