Diethard Leopold

Shinto in der Kunst des Bogenschießens

 

SACHBUCH

Bibliothek der Provinz: Weitra 2009

18€

165 Seiten

Rezensent: Alfred Schmidt

 

 

Nicht zufällig spielt der Titel des Buches auf Eugen Herrigels Kultbuch „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ ( 1. Aufl. 1948) an. Wie Herrigel beschreibt der Autor seine zunächst eher zufällige Begegnung mit dem Weg des Bogens während eines längeren Japanaufenthaltes, die schließlich zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Kyudô führte, geprägt durch die charismatische Persönlichkeit eines japanischen Kyudômeisters.

Dabei bildet der Shintoismus keineswegs – wie der Titel erwarten lassen könnte – das zentrale Thema, sondern beschreibt eher als Hintergrundmotiv die Grundstimmung des ganzen Textes. Leopold versteht es dabei auch seinen psychotherapeutischen Hintergrund für ein Verständnis des Kyudo überzeugend einzubringen. Bestimmend dabei ist der Begriff der inneren Mitte, die als Harmonie zwischen aktivem (ich-bestimmtem) Tun und passivem Geschehen-Lassen (taoistisch: „wu-wei“) momentweise erfahrbar wird und den eigentlichen, schwer faßbaren Kern des Kyudô bildet.

Das Buch ist allen selbst  Kyudo-Pratizierenden  vorbehaltlos zu empfehlen, darüber hinaus aber auch ein gelungener Beitrag zu einem interkulturellen Dialog.